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Im Europa des Mittelalters war es um die Heilkunst nicht gut bestellt. Wunderheiler und Bader zogen über Land und boten ihre Dienste an. Studierte Ärzte gab es nur wenige. Diese wussten zwar um die antike Heilkunde und konnten auch Operationen durchführen, doch selbst Barbiere wagten sich bereits an kleinere Eingriffe, und alles in allem bestimmte zumeist der (Aber-)Glaube das medizinische Handeln. Das tatsächliche Wissen um Krankheiten, um die Anatomie des Menschen war noch lückenhaft.
Die Ausgewogenheit der vier Körpersäfte (Blut, Gelbgalle, Schwarzgalle, Weißschleim) galt als Voraussetzung für eine gute Gesundheit, die man durch eine entsprechende Lebensweise erhalten musste. Für Krankheiten jedweder Art wurde ein naturwidriger Stoff verantwortlich gemacht, die Materia peccans. Diese konnte das Gleichgewicht der Säfte stören oder einen von ihnen schlecht werden lassen und musste deshalb aus dem Körper entfernt werden, was zum häufigen Einsatz von Aderlass sowie Abführ- und Brechmitteln führte.

Wollte man zu jeder Zeit eine einigermaßen fundierte Heilkunst erlernen, musste man in ein Kloster eintreten. Erst ab dem 12. Jahrhundert wurden in Europa Universitäten gegründet und antike medizinische Texte wiederentdeckt.
Wer bis dahin eine medizinische Behandlung benötigte und nicht auf einen Bader oder Wunderheiler vertrauen wollte, den zog es in Dresden beispielsweise vor das Wilsdruffer Tor, das westliche Stadttor am Ausgang der Willischen Gasse. Denn weit dort draußen, im Dorf Löbtau, lebte er über viele Generationen: der Dresdner Scharfrichter.
Er war nicht nur der Züchtiger, der Todbringer oder der "Angstmann" – nein, er hatte durch seine Arbeit nicht selten ein fundiertes anatomisches Wissen, was ihm ein hohes Ansehen als Heiler einbrachte. Tagsüber voller Furcht als unrein und unehrenhaft gemieden, sollen die Kranken jedoch nicht selten nach Einbruch der Dunkelheit durch eine zweite Tür ins Haus des Scharfrichters gekommen sein, um sich von ihm helfen zu lassen.

Heilkundige bzw. "weise" Frauen, die mittelalterliche Heilkünste durch die Anwendung von Kräutern beherrschten, leisteten ihre Hilfe ebenfalls im Geheimen.
Überliefert von Generation zu Generation, wussten sie um die Geheimnisse der Pflanzen, Kräuter und Wurzeln für Küche und Medizin. Sie konnten Tränke brauen, Schmerzen geben und nehmen, waren als Hebammen gefragt und überließen somit in puncto Gesundheit nicht alles Gott. Damit mischten sie sich – zum Verdruss vieler Mönche – in die Heilkunde der Klöster und der Kirche ein, die Jesus Christus als den einzig wahren Heiler ansahen. Dies brachte die Kräuterfrauen nicht selten in den Verdacht, mit finsteren Mächten im Bunde zu sein ...

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