Lauensteiner Galgenwanderung

Als Grenzburg zur Absicherung der wichtigen Silber-, Zinn- und Eisenwege im Müglitztal erlangten der kleine Ort Lauenstein und vor allem seine Burg große Bedeutung. Das ist etwa 600 Jahre her. Zuvor war jenes steinerne Monument eines von vielen, das die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen sichern sollte. Wichtige Handelswege über die weiten Erzgebirgskämme, beispielsweise der "Kulmer Steig", der sich aus dem Elbtal über die Höhenzüge schlängelte, machten das Müglitztal darüber hinaus interessant für Kaufleute.
Nach dem Verdrängen der benachbarten Dohnaischen Burggrafen durch die Wettiner im Jahre 1402 gelangte fortan das Adelsgeschlecht derer von Bünau in den Besitz der Burgen von Weesenstein, Kuckuckstein im benachbarten Seidewitztal und auch Lauenstein. Sie hatten kräftig mitgeholfen, die wenig beliebten Machtkonkurrenten zu vertreiben. Jetzt wurden sie dafür reich belohnt.

Die Blutgerichtsbarkeit

Verbunden mit dem Besitz der Burg war auch das Recht der "hohen Gerichtsbarkeit", besser bekannt als "Blut- oder Halsgerichtsbarkeit" (Erhängen am Galgen oder Enthaupten durch das Richtschwert). Dazu bedienten sie sich meist eines ausgebildeten Scharfrichters. In Lauenstein war das der Scharfrichter aus Dresden, der laut seiner Bestallungsordnung für derartige Hinrichtungen ins Müglitztal reisen musste.

 

 

Angstloch, Torhaus, Richtplatz

Wir wissen heute ziemlich genau, wo in Lauenstein Recht gesprochen wurde, wo Trunkenbolde und Unruhestifter vom Torwächter in der Kerkerzelle verwahrt werden durften. Erhalten hat sich über die Jahrhunderte ebenfalls das berüchtigte "Angstloch" als besonders schlimmes Gefängnis direkt unter dem Wächterstübchen am Eingang der Burg. Auch der Ort für grausame Enthauptungen ist überliefert. Selbst der Arbeitsplatz des Abdeckers, der hier als "Feldmeister" bezeichnet wurde und der sich um das Häuten des gefallenen Viehs und die Beseitigung der Tierkadaver zu kümmern hatte, blieb bis heute erhalten.

Das steinerne "Hochgericht"

In den vergangenen Jahren zog es die beiden "Galgenwanderer" Mario Sempf und Thomas Zahn immer wieder ins Müglitztal. Nach intensivem Studium alter Handschriften und handgezeichneter Kartenmaterialien stießen sie im Frühling 2016 endlich auf die Überreste des steinernen Hochgerichts von Lauenstein – eines Galgens von beachtlichen Ausmaßen!
Für mehrere Jahrhunderte wurden hier Verbrecher gehenkt, aber auch zuvor im benachbarten Liebenauer Mittelteich ertränkte Kindsmörderinnen verscharrten die Knechte des Todes an jenem schauderhaften Ort in ungeweihter Erde. Diese Plätze nannte man darum "Schindanger".
Als "Schinderleite" ist heute noch der Wald hinter dem Wohnhaus des Feldmeisters bekannt. Man muss sich aber schon mit wachsamen Augen auf den Weg machen, um all die Hinterlassenschaften grausamster Rechtspraxis aufzuspüren. Dabei nutzen die Gäste genau den gleichen Weg, den früher die zum Tode Verurteilten gehen mussten, meist in Begleitung des ganzen Ortes. Der Scharfrichter ist übrigens immer in ihrer Nähe …

Die Besonderheit der Lauensteiner Galgenwanderung liegt also auch im Besuch des originalen Galgenfundaments. Eine archäologische Aufarbeitung dieses seltenen Fundes wird derzeit angestrebt.
Welche unfassbaren Geschichten mögen sich an diesem düsteren Ort zugetragen haben?
Wir laden Sie zu einer außergewöhnlichen Entdeckungsreise ein. Während unserer etwa dreistündigen Wanderung entführen wir Sie zu den Orten der Gerichtsbarkeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit des Ortes Lauenstein und servieren Ihnen im Kerker des Schlosses sogar noch eine "letzte Mahlzeit". Darauf sollten Sie nun wirklich nicht verzichten.

Melden Sie sich noch heute an. Wir freuen uns über Ihr Interesse.

Für Ihre verbindliche Anmeldung zur "Lauensteiner Galgenwanderung" nutzen Sie bitte das Formular auf der Seite KONTAKT.
Gern nehmen wir Ihre Anmeldung auch telefonisch oder per E-Mail entgegen.

 

Termin:

Die nächste "Lauensteiner Galgenwanderung" findet voraussichtlich im Herbst 2017 statt. Ein genauer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Es sind aber jederzeit individuelle Termine für Gruppen ab 10 Personen möglich. Sprechen Sie uns sehr gern an.


Treff: 14.45 Uhr am Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein (Eingang Museum)

Adresse:
Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein
Stadtteil Lauenstein
01778 Altenberg

Max. 30 Teilnehmer (ab 16 Jahren)
Preis pro Person: 35,00 Euro

 

Um zur Homepage des Schlosses Lauenstein zu gelangen, folgen Sie bitte diesem Link.